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Lost Place: Besuch einer Legende

Seit letztem Jahr hat uns ja das Lost-Place-Fieber so richtig gepackt und schon bald stand fest, dass wir uns den Koloss in Prora gern mal anschauen würden. So planten wir Anfang des Jahres unseren Urlaub auf Rügen für das letzte April-Wochenende. Doch dann kam alles anders…

Am 28. Februar kam die Nachricht, das der Lost Place “Die Ruinen von Prora” am 31. März versteigert wird und keiner weiß wie es weiter gehen wird. Zusammen mit unserem Partner-Team haben wir beschlossen den Urlaub dann vor zu verlegen auf das letzt mögliche Wochenende (Ostern). Danach soll der Cache ins Archiv wandern – so ist es auch bereits schon geschehen.

Für mich war der 31. März dann das Datum, welches mir gar nicht aus den Kopf gehen wollte. Gespannte beobachtete ich die Watchliste und diverse Blogs. Wann schreibt wer was? Wie wird es weiter gehen? Können wir den Cache zu Ostern noch angehen? Oder ist bis dahin alles dicht?

Am 2. April kam dann vom Owner die Nachricht, dass der Block I verkauft wurde und bisher nichts passiert ist. Somit sah es für den Cache gut aus. Dennoch hoffte ich jeden Tag, das nicht doch noch eine negative Nachricht in den Mails auftauchte. Bis zum Abreise-Tag am 6. April kam nichts… Das Listing und die Bilder waren ausgedruckt, die Gummistiefel hatten wir bis dahin auch gekauft, Taschenlampen waren Einsatzbereit. Prima, dann können wir ja beruhigt losfahren.

Gegen Mittag kamen wir dann auf Rügen, doch bevor wir nach Prora fahren, ging es erst mal zur Ferienwohnung. Das Auto musste etwas entlastet werden. Also nahmen wir nur unsere Ausrüstung mitnehmen und fuhren los. Gegen 16 Uhr begannen wir dann mit Phase I, dieses Mammut-Projektes.
Systematisch durchliefen wir alle Räume, hatten am Anfang gleich einen Glückstreffer welcher dafür sorgte, dass wir uns an anderen Bildern zu lange aufhielten. Doch dann verstanden wir das System und notierten uns wo welche Bilder waren, damit wir sie später leichter wieder finden würden, wenn wir sie denn benötigen. Einige Stationen der Phase I konnten wir bereits am Freitag finden. Hier und da liefen uns Muggel, Fotografen und andere Cacher über den Weg. Aber da der Komplex so riesig war, störte es auch nicht weiter. Immerhin hatte jedes Team seinen eigenen Stand und alle hatten das selbe Ziel vor Augen.
Mit Einbruch der Dunkelheit entschieden wir uns dafür abzubrechen und am nächsten Morgen weiter zu machen. Denn keiner von uns wusste, wie lange wir dafür noch brauchen würden.

Ostersamstag ging es dann gut erholt los. Eigentlich hofften wir, dass andere Teams noch am Anfang der Phase I stehen würden, aber dem war nicht so.  Wir standen nicht mal 2 Minuten in dem Zimmer, wo wir am Vortag abgebrochen hatten, da kam auch schon das erste Team mit gefühlten 10 bis 15 Leuten. Wow… kein Platz mehr zum Suchen oder gar Treten. Viele standen einfach nur da und gucken einigen wenigen beim Suchen zu. Ich war schon am Überlegen, ab wann die Luft wohl knapp werdenwürde? Beruhigt guckte ich zum Fenster. Gar nicht…

An den restlichen Stationen der Phase I hieß es auch immer mal wieder warten, bis die vorherige Gruppe fertig ist. Unser kleines und eingespieltes 4er Team wollte sich nur ungern einer riesigen Gruppe anschließen. Also nahmen wir das warten lieber in Kauf.

Bei Phase II verteilten sich die Teams gut im Gebäude. Hier musste man nicht mehr anstehen und warten. Jeder konnte in seinem Tempo weiterlaufen, suchen und sich in Ruhe umschauen.
Ich war so froh, dass wir uns vorher Gummistiefel gekauft hatten. Zwar hieß es, es sei auch großen und robusten Müllsäcken machbar bzw. man könnte sogar darauf verzichten und über diverse Rohre laufen. Nur auf solche Spielchen wollte ich mich nicht einlassen und hatte genau darum Gummistiefel geholt. Immerhin stand hier und da das Wasser 30 bis 35cm hoch.  Ein schnelles laufen und zügiges Aufschließen aufs Team war da nicht immer möglich, falls man gerade mal stehen blieb für ein paar Fotos oder um den Moment zu genießen.

Für einige Stationen der Phase II wurden auch kleinere Klettereinlage eingebaut, welche auch mit Gummistiefel hervorragend machbar waren, ohne man man hier Gefahr lief sich zu verletzten. Für mich war einzig der Aufstieg von Phase II b über eine Leiter in der Wand eine Überwindung. Ich weiß nicht warum, aber ich mag diese Art von Leitern so gar nicht. Immer wieder Zweifel ich, dass ich dort heil hoch bzw. dann raus kommen würde.

Am Ende der Phase II sammelten sich dann doch wieder einige Leute und wir hoffen sehr, dass es nicht schon wieder zu Staus kommen würde. Als unser Team unversehrt das Gebäude verlassen hat, ging es erst einmal zurück zum Auto, Schuhe wechseln. Und als kleine Belohnung gab es auch eine warme Mahlzeit im Wiener Cafe, welches sich in der obersten Etage des Museums befand. Wer die Zeit findet, sollte sich die verschiedenen Museen ruhig mal angucken. Hier erfährt man einiges über die Nutzung des Gebäudekomplexes.

Nach der Stärkung waren wir alle wieder aufgewärmt und gingen frohen Mutes zu Phase III über. Die ersten Teile der Phase waren schnell gefunden. Ein uns bekanntes Team kam uns freudestrahlend entgehen. Sie hatten das Final gefunden und sich im Logbuch verewigt. Als wir aber das Pre-Final erreichten, staunten wir nicht schlecht. Ein Team war gerade noch dabei das Pre-Final zu finden und zu lösen, ein weiteres kleines Team stand schon in der Warteschlange. Also mussten wir uns wohl oder über auch anstellen. Wir haben eine geschlagene Stunde nur mit Warten verbracht. Uns wurde kälter und kälter, der Wind zog durch das Gebäude und draußen fiel der Schnee. Zur Erinnerung, es war Ostern.

Naja, irgendwann durften wir dann auch mal zum Raum, wo der Pre-Final war. Der war schnell gefunden und genauso schnell hatten wir das dazu gehörige Rätsel gelöst. Warum es bei dem ein oder anderen etwas länger dauerte, wissen wir auch nicht. Vielleicht lag es auch an uns? Wir sind bei einigen Sachen sehr durch organisiert und bei uns hat jeder so seine “Aufgaben”.  Oder bestätigt sich in solchen Situationen wieder meine Meinung gegen über Rudel-Cachern? Ich weiß es nicht…

Nach dem Lösen des Pre-Finales ging es dann zum Final, ein weiteres kleines Highlight. Hier waren dann aber definitiv die Männer im Team gefragt, immerhin sind sie ein paar Zentimeter größer und haben das nötige Geschick beim Klettern.
Über glücklich hielten wir dann den Final in unseren Händen und lasen das Logbuch, schauten uns die kleinen Schätze an und waren einfach nur glücklich. Glücklich, weil wir diesen tollen Cache noch angehen konnten. Glücklich, weil wir es im gewohnten 4er Team geschafft haben. Und glücklich, weil es jetzt vorbei war. 😉

Naja, so ganz vorbei war es noch nicht. Der Bonus rief noch. Und dafür ging es dann zu den wirklichen Ruinen oder das, was davon noch übrig geblieben ist. Eigentlich ist davon noch eine ganze Menge übrig geblieben, wenn man bedenkt, dass man den Gebäudeblock mal sprengen wollte. Es aber wohl nicht so richtig geklappt hat. Einigen Pfosten fehlten mehrere Zentimeter Beton und sie standen immer noch. Der damalige Statiker war wirklich gut, wenn das Gebäude so standhaft war und bis heute ist.
Angefangen hatten wir den Bonus noch am Samstag. Doch leider gab es Besser-Verstecker und so wanderte der Bonus etwas. Nachdem uns die Dunkelheit überraschte, haben wir lieber abgebrochen, um kein unnötiges Risiko einzugehen und sind zurück zur Ferienwohnung gefahren.

Am Ostersonntag gab es am Strand von Prora ein kleines Abschiedsevent zu ehren des Caches, bei welchem wir Lexparker kennenlernen durften.

Um den Final zu heben, fuhren wir dann am Ostermontag noch ein letztes mal nach Prora. Für das Team ging bis in die 5. Etage hoch, über Treppen, die gar keine mehr waren. Während ich mich nur bis in die 2. Etage vortraute und von dort die Aussicht genossen habe, ist meine bessere Hälfte bis nach ganz oben. Was blieb ihm auch übrig? Der Bonus sollte ja gefunden werden. 😉 Dafür war dann nochmals eine kleine Klettereinlage von Nöten.
Ich hatte mir in der zwischenzeit die Etage an geguckt, einige Fotos gemacht und den Abstieg vom restlichen Team beobachtet. An der Gangart war nicht zu erkennen, ob sie gerade hoch oder runter wollten. Es war lediglich daran zu erkennen, dass sie mir immer näher kamen.

Fazit: Die Ruinen von Prora waren ein unglaubliches Erlebnis, welches für mich noch lange in guter Erinnerung bleiben wird. Außerdem konnte ich meine Grenzen wieder etwas kennen lernen und die ein oder andere auch überwinden.

2 Kommentare zu “Lost Place: Besuch einer Legende

  1. Hey, das klingt ja echt gut. bis auf das ewige Warten, das kommt mir irgendwie aus Köln bekannt vor Oo schade, dass es für uns nicht mehr gereicht hat zeitlich… aber es gibt ja noch genug andere Caches für August 😉

    1. Wir werden schon ein paar schönes Caches für August finden. 😉 Im geheimen plane ich doch schon etwas…

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